Als unabhängiges Institut prüft Stiftung Warentest auch Finanzprodukte, publiziert Ergebnisse im Magazin Finanztest. So auch der Kreditkarten Vergleich (Ausgabe 072011). Welcher sich in erster Linie damit beschäftigte, ob sich eine höhere Grundgebühr lohnt, eine Kreditkarte mit Zusatzleistungen und -versicherungen empfehlenswert ist. Natürlich wurden auch relevante Gebühren im Kreditkarten Test berücksichtigt.


Drei Kreditkarten – Arten im Test

Nein, hier ist weniger die Unterscheidung von Mastercard oder Visacard gemeint. Für Kunden wird es kaum relevant sein, welchen der beiden führenden Kreditkartenanbieter sie wählen – weltweit sind beide sehr akzeptiert. Vielmehr wird bei dem Nutzungsverhalten unterschieden. Eine Kreditkarte weist bestimmte Merkmale auf, bzgl. Zusatzleistungen, Gebühren und Zahlungsfunktion. Anhand dieser Faktoren hat Stiftung Warentest Kreditkarten in drei Gruppen eingeteilt: Kreditkarte für 1. Gelegenheitsnutzer, 2. für Vielnutzer, 3. für Disziplinierte. Diese Gruppierung möchten wir aufgreifen.

Gelegenheitsnutzer: günstige Kreditkarten – niedrige oder keine Jahresgebühr
Eine Karte für den Notfall, welche mal im Urlaub oder zum Onlineshoppen genutzt wird, jedoch nicht täglich eingesetzt wird. Diese ist für kleines Geld zu haben, teilweise finden sich sogar Angebote ohne jährliche Grundgebühr. Zusatzleistungen wie Versicherungen sind hier kaum zu finden, auch sollte gerade beim Einsatz im Ausland oder Geld abheben auf Gebühren geachtet werden. Gerade bei günstigen / kostenlosen Kreditkarten sollte man sich eines stets bewusst sein: Anbieter wollen Geld verdienen. Tun sie dies nicht über Grundgebühren, dann über einen anderen Weg.

Vielnutzer-Kreditkarten: höhere Grundgebühr, Reiseversicherungen
Gerade wenn Ihre Kreditkarte häufig genutzt werden soll muss abgewägt werden, welche Gebühren niedrig sein sollten. Beispiel: ein häufiger Einsatz im außereuropäischen Ausland kann auf Dauer teuer werden, wird bei jedem Umsatz 2% fällig. Interessant werden können hier inkludierte Versicherungen sowie Bonusprogramme. Tankrabatt, Sammeln von Vielfliegermeilen oder Bonuspunkten beim Online Shopping – abhängig von anvisierter Nutzung kann solch ein Programm durchaus interessant sein. Als weniger geeignet hat Stiftung Warentest hingegen die meisten inkludierten Reiseversicherungen beurteilt. Hier hat jener Kreditkarten-Test ergeben, dass es meist sinnvoller ist bei Bedarf einen separaten, vollwertigen Versicherungsschutz in Anspruch zu nehmen.

Disziplinierte: Kreditkarten mit automatischer Teilzahlungsfunktion
Einige Anbieter im Test arbeiten mit einer voreingestellten Ratenzahlung. Was gerne als Serviceleistung verkauft wird kann schnell zur Kostenfalle werden. Denn fällige Kreditzinsen sind teils erheblich. Wird das Kreditkartenkonto nicht fristgerecht ausgeglichen greift automatisch die Ratenzahlung. Hier gilt es also, immer ein Auge auf den Umsatz zu haben. Undisziplinierte können sonst schnell in die Kreditkartenschulden – Falle tappen.

Fazit: Nutzungsverhalten entscheidet

Kreditkarte im TestVergleich von Kreditkarten Stiftung Warentest

Visacard oder Mastercard: eher unerheblich. Reiseversicherungen: eingeschränkt geeignet. Bonusprogramme: für Vielnutzer interessant. Kreditkarten mittels einer höheren Jahresgebühr können durchaus sinnvoll sein.

Das Augenmerk sollte auf dem Verhältnis von diversen Gebühren liegen, abhängig davon, wann, wo und wie oft Kreditkarten zum Einsatz kommt. Hier empfehlen wir den Kreditkarten Vergleich durchzuführen – ein erster guter Anhaltspunkt.

Diese Empfehlung greift auch bei Gelegenheitsnutzern. Eine einfache Kreditkarte, mit fairen Konditionen finden: machen Sie Ihren eigenen Test. Ein Vergleich von Stiftung Warentest kann immer nur ein Anhaltspunkt darstellen. Angebote ändern sich teils täglich, lediglich Testkriterien haben bestand. Gerade nach einem Vergleich durch dieses Prüfungsinstitut arbeiten schlechter bewertete Institute nach – um beim nächsten Test mit ihrer Kreditkarte besser dazustehen.